Männergesundheit unter Druck


Männergesundheit unter Leistungsdruck Viele Männer zwischen 40 und Mitte 50 kommen mit ihrem Leben nicht mehr so gut zurecht wie vorher. Sie fühlen sich körperlich nicht mehr so fit und sind rascher erschöpfbar. Sie schlafen schlechter und sind mit ihrem Leben nicht mehr zufrieden. Sie sind viel reizbarer, reagieren emotionaler und sind stressanfälliger. Ehekrisen bzw. Partnerschaftskonflikte sind in dieser Zeit typisch.

Im Job funktioniert es dann oft auch nicht mehr so gut. Manche Männer fragen sich dann verstärkt, was sie noch erreichen können und anderen wird schmerzlich bewußt, dass sie ihre Karriereziele vielleicht doch nicht mehr erreichen können. Bisher ist alles glatt gelaufen, aber was kommt nun?

Hinzu kommen dann oft noch körperliche Beschwerden und erste Anzeichen für chronische Erkrankungen, u.a. chronische Gelenkbeschwerden, Rückenprobleme, hoher Blutdruck und Diabetes mellitus etc.

Viele Männer stellen in dieser Lebensphase dann erstmalig Potenzprobleme fest. Die Standfestigkeit ist nicht mehr so wie sie einmal war. Andere beklagen sexuelle Unlust. Manche Männer werden für eine Depression und Burnout anfälliger.

Männer sind unterversorgt

Ich mache seit vielen Jahren die Erfahrung, dass Männer sich oft nicht trauen bestimmte Themen anzusprechen. Dazu gehören vor allem sexuelle Probleme, chronische Erschöpfung, chronische Unzufriedenheit, Partnerschaftkonflikte, Depressionen und Burnout. Oft werden diese Themen auch von vielen Ärzten stillschweigend umgangen, manchmal aus Angst, dem Patienten zu nahe zu kommen, oder weil man sich mit der Problematik nicht so gut auskennt, weil das Gespräch zu lange dauern könnte oder weil es zu schlecht honoriert wird. Daher bleiben leider viele Männer unterversorgt und unbehandelt. Dazu kommt allerdings auch, dass Männer von sich aus nur ungern zu einem Psychiater gehen. Sie suchen auch eher das Einzelgespräch als die Bearbeitung in einer Gruppe.